So schützt man Teenager vor der Handykostenfalle
Teenager müssen nicht nur „in“ sein, sondern auch erreichbar. Was liegt dann näher, als ihnen ein Handy zu schenken. Das Handy mit Vertrag ist natürlich auf den ersten Blick preiswert, obwohl – bei dem Dschungel an Tarifen und Anbietern?
Das böse Erwachen kommt oft schon nach dem zweiten Vertragsmonat, im ersten Monat trug ja das Startguthaben noch einigermaßen zur Kostendeckung bei. Und dass sich Teenager viel zu sagen haben – steht sicher außer Zweifel.
Die Alternative
Ein Handy mit Prepaid Karte limitiert den Einsatz. Versichern Sie ihrem Sprössling glaubhaft, dass der Zeitrahmen, den SIE abstecken, eingehalten werden muss. Unbedingt, ansonsten öffnen Sie ein Fass – ohne Boden, oder sagen wir, zumindest mit einem löchrigen Boden.
Punkte sammeln
Sie wollen nicht alle fünf Minuten die Karte aufladen und vertrauen ihrem Liebling ein Dreimonatsbudget (oder mehr) an?
Veranlassen Sie ihren Nachwuchs, Punkte zu sammeln. Je eine Minute, die er in dem gesteckten Zeitrahmen nicht verbraucht, schreiben Sie gut. Entweder erhält der jugendliche Smalltalker einen festgelegten Betrag pro Punkt (z.B. 10 Cent) oder er/sie erhält eine Prämie ihrer Wahl. Überschreitet er das Limit, hilft nur eines: Strafpunkte, für die er den gleichen Betrag zu zahlen hat und – natürlich Minderung der nächsten Aufladung. Monatlich sollte das natürlich kontrolliert und auf dem Talkkonto verbucht werden.
Kontrolle tut gut
Nein, damit meinen wir nicht nur die Kontrolle der Teenies, sondern erst mal das Controlling der Anbieter. Kann man Bereiche sperren, vor allem dann, wenn die technisch ausgereiften Klein-PC’s im Internet surfen? Erhalte ich eine dem Elternteil zugängliche Liste aller Gespräche, was protokolliert das Handy selbst?
Qual der Wahl – was haben Eltern für eine Wahl?
Sie denken, früher ging es auch ohne? Stimmt! Aber FRÜHER ist vorbei. Früher gingen die Kinder zu Fuß zur Schule, heute kommt ein Bus. Den allerdings können Sie meist nicht wählen. Also – nur Mut! Sie kommen nicht umhin, ihr Kind online zu versorgen. Befragen Sie andere Eltern, aus welchen Schäden sie und ihre Kinder gelernt haben.
Selbstverständlich ist die Auswahl mit Prepaid nicht weniger komplex wie die Angebote der Vertragshandys. Versetzen Sie sich ein paar Jahre zurück, denken Sie daran, dass Sie selbst schon Teenager waren. Gruppenzwang! Marken! All das beeinflusst die Kids, natürlich wollen die Teens dazu gehören. Vielleicht ist es deshalb ratsam, Sie prozentual an den Kosten zu beteiligen, noch besser, diesen Anteil sollten Sie in irgendeiner Form dazu verdienen. So wie die Jungs und Mädels glauben, der Strom komme aus der Steckdose, so könnten Sie sie davon überzeugen, dass das zumindest beim Telefonieren nicht stimmt. Finden Sie dazu passende Beispiele. Lassen Sie das Licht im Keller brennen, wenn es nicht notwendig ist? Vielleicht ist da mancher Call ebenso überflüssig wie das offene Fenster bei voll aufgedrehter Heizung.
Schaden abwehren
Wenn das Handy runterfällt, ist es kaputt. Das können Sie nicht verhindern. Ermahnen Sie den Teenager, sorgfältig damit umzugehen, da es bei BEZAHLT-Karten kein neues Handy gibt und die Handyrunterfallversicherung – wer will die schon? Doch der mechanische Schaden ist nur das eine. Bewahren Sie ihr Kind vor den Schäden, die innerhalb einer total vernetzten Gesellschaft lauern. Dazu müssen Sie wach bleiben, denn Anbieter und Provider schützen Sie und ihr Kind nicht davor, Schaden zu nehmen. Und das meint nicht nur den finanziellen Verlust, sondern vor allem den seelischen Knacks, den Kinder erhalten, wenn sie sich im falschen Netz verstricken.
Guten Empfang – auch ohne Guthaben
Nicht vergessen: Achten Sie darauf, dass auch ohne Vertragshandy das Absetzen eines Notrufs möglich ist, selbst dann, wenn das Teenagerhandy „pleite“ ist!
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